Interkulturelle Kompetenz. Vielfalt gestalten.

Vielfalt unterstützen – Vielfalt leben: Kulturelle Identitätsförderung in inklusiven Klassen 2014-2016

Projektdesign

Der Verein Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung (ESE) e.V. beschäftigt sich seit 1992 mit der Vermittlung von Interkultureller Kompetenz an unterschiedliche Zielgruppen. Im Rahmen eines durch EU-Mittel geförderten Projektes hat ESE in den Jahren 2012 bis 2014 jugendliche Schülerinnen und Schüler von vier Münsteraner Förderschulen durch Trainings in Interkultureller Kompetenz auf ein sechswöchiges Auslandspraktikum in Schottland vorbereitet und vor Ort begleitet. Bei der Auseinandersetzung der Förderschülerinnen und -schüler mit ihrer eigenen (kulturellen) Identität wurde damals deutlich, wie wichtig die Beschäftigung und Förderung der eigenen (kulturellen) Identität auch für diese Zielgruppe ist. So begriffen sich z.B. die gehörlosen Schülerinnen und Schüler nicht als Menschen mit einer Behinderung, sondern als Zugehörige einer sprachlichen und kulturellen Minderheit. ESE erkannte darin die Chance, bei der Interaktion von Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung den Fokus auf die Stärken und Besonderheiten, die kulturelle Gruppen ausmachen, zu lenken und nicht eine Perspektive in den Vordergrund zu stellen, die von den Schwächen der Angehörigen einer Gruppe ausgeht. So entstand die Idee für das Projekt „Vielfalt unterstützen - Vielfalt leben: Kulturelle Identitätsförderung in inklusiven Klassen".
Ziel des Projektes war es, bei den Kindern und Jugendlichen Kompetenzen zu fördern, die es ihnen ermöglichen, konstruktiv mit Vielfalt umzugehen und Vielfalt als eine Ressource für das Leben in einer pluralen Gesellschaft zu begreifen. Dadurch leistete das Projekt einen konstruktiven Beitrag zu einem guten Gelingen von Inklusion. Dies wurde erreicht durch:
• Prävention - Vorurteilen und Ressentiments gegenüber fremden Kulturen und deren Mitgliedern vorbeugen
• Aufklärung - interkulturelle Missverständnisse analysieren und Handlungsstrategien im Umgang mit interkulturellen Missverständnissen entwickeln
• Persönlichkeitsbildung und -stärkung - die eigene (kulturelle) Identität kennen lernen sowie die eigene Rolle innerhalb einer pluralen Gesellschaft verstehen
• Nachhaltigkeit - Ergebnissicherung und -analyse durch die praxisbegleitende Evaluation, Multiplikation der Ergebnisse durch die Durchführung einer Fachtagung und die Publikation eines Tagungsbandes sowie die Veröffentlichung der Trainingskonzepte und -materialien auf der ESE-Homepage als kostenloser Download für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Vielfalt unterstützen - Vielfalt leben
Das Projekt, das von April 2014 bis März 2016 durchgeführt wurde, gliederte sich in drei Phasen:
1. In der ersten Projektphase (April bis Mai 2014) erfolgten die Konzeption der Trainingseinheiten sowie organisatorische Absprachen mit den kooperierenden Schulen.
2. In der zweiten Projektphase (Juni 2014 bis Juni 2015) fanden vor den Sommerferien zunächst vier Trainingseinheiten à zwei Unterrichtsstunden pro Klasse statt, um Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an den AGs zu interessieren und zu akquirieren. Nach den Sommerferien fanden die insgesamt zehn AGs an neun inklusiven Regelschulen statt. Die AGs umfassten 20 Trainingseinheiten à zwei Zeitstunden und fanden alle ein bis zwei Wochen regelmäßig statt. Im Rahmen der AGs haben die Schülerinnen und Schüler auch Arbeitsergebnisse aus den Trainings in den Klassen und auf Schulveranstaltungen präsentiert. Darüber hinaus wurden die Trainings von Praktikantinnen und Praktikanten praxisbegleitend evaluiert. Insgesamt wurden 264 Schülerinnen und Schüler mit und ohne ausgewiesenem Förderbedarf der 5. bis 9. Jahrgangsstufe sowie einer Berufsorientierungsklasse erreicht.
3. In der dritten Projektphase (Juli 2015 bis März 2016) wurden die Evaluationsergebnisse zusammengefasst, eine abschließende Fachtagung geplant und im Oktober 2015 in Stadtweinhaus Münster durchgeführt. Zudem wurden die Konzepte und Materialien der Trainings zum kostenlosen Download aufbereitet und auf der ESE-Homepage veröffentlicht sowie ein Tagungsband zum Projekt publiziert.
Kooperierende Schulen waren das Anne-Frank-Berufskolleg in Münster, die Gemeinschaftsschule Billerbeck, die Gesamtschule Gescher, die Gesamtschule Hagen-Eilpe, die Melanchthonschule in Herne (Hauptschule), die Primus-Schule in Münster (inklusive Modellschule), die Realschule Heessen in Hamm, das Schillergymnasium in Münster und die Waldschule Kinderhaus in Münster (Hauptschule).
Das Projekt wurde finanziert von Aktion Mensch sowie durch Spenden der NRW Bank, der Sparkasse Münsterland Ost und der Volksbank Münster und einem Eigenanteil der beteiligten Schulen.

Interkulturelle Kompetenz im Schulunterricht

 

Unterichtseinheiten zum Download

 

Presse

 


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